Mitte Juni ging es nach Formentra. 12 Tage am Stück. So lange waren die Katzen noch nie ohne uns. Aber wir haben sehr liebe Freunde, die um die Ecke wohnen und sich bereit erklärt haben, die drei zu versorgen.
Also sind wir am 13.6. geflogen. 2 Tage später die erste sms von Felix, dem achtjährigen Sohn der Familie, unserem Katzenflüsterer. “Alles ok mit den Katzen, die sind ganz entspannt”. Da waren wir es auch, und konnten den Urlaub so richtig geniessen. Es ist ja doch eine ziemliche Zumutung, die Katzen müssen 2 mal am Tag gefüttert werden, die 3 Klos müssen gesäubert werden, und als besonderen service wurde Lily mit ihrem Problemfell von Felix täglich gebürstet. Das geniesst sie sehr. Ich hatte die Katzenklappe verschlossen, da ich ansonsten nicht ruhig hätte schlafen können. Also mussten die drei 11 Tage im Haus verbringen. Aber da Lisa gern lebendige Mäuse mit ins Haus bringt und auch andere Tiere schon mal hier abgelegt werden, haben wir uns entschlossen, sie drinnen zu lassen. Nach 9 Tagen rief Uli, unsere Freundin dann an. Paul hatte einen Koller, er trommelte mit Pfote und Kopf immer wieder gegen die Klappe. Die 150 qm Haus reichten im nicht mehr. Er wollte Abenteuer draussen erleben. Als Schikane hat er sich dann etwas tolles einfallen lassen. Irgendwo lag noch eine Sporthose und ein Hemdchen von mir. Beides wurde in ein Katzenklo geschleppt. er hat das ganze schön eingearbeitet ins Streu. Und als krönender Abschluss wurde ein Haufen vor die Toilette gelegt. Das war natürlich eklig.
Als wir dann nach 11 Tagen endlich wieder ankamen, leider durch einen Streik der französischen Fluglotsen 6 Stunden verspätet, war die Freude groß. Alle Katzen kamen zum Streichelappell. Dann wurde geschmust was das Zeug hielt. Am nächsten Mogen dann endlich wieder Ausgang. Aber Paul war nach 10 Minuten wieder da, er musste sich wohl überzeugen, dass ich nicht plötzlich wieder verschwunden bin. Seitdem kommt er alle halbe Stunde zum streicheln. Als wir uns Freitag und gestern zum Fußfall gucken aufs Sofa gesetzt haben, wich er mir nicht von der Seite. Ein Seufzer, und er lag neben mir, ganz nah. Lisa verbrachte ide halbe Nacht mit Herm auf dem Sofa und konnte auch nicht genug beschmust werden. Nur Lily scheint das kämmen zu vermissen.
Ach ja, und das erste was wir von der Nachbarin mitbekamen, war wie sie am Telefon lauthals jemandem mitteilte, das die furchtbaren Katzen wieder da sind, und sie schon eine mit dem Gartenschlauch nassgespritzt hat. Ihr Garten ist ja eh vermint und mit Stacheldraht hübsch dekoriert, dami sich ja keine Katze bei ihr ins Beet legt.
Schade, wenn Menschen so gar kein Gefühl für Tiere haben.
Ich habe mich gestern abend so gefreut, als ich mir die drei zufrieden schnurrenden Tiger auf der Terrasse angesehen habe. So friedlich war es in der Abendsonne.

